Temporäre Bühnenüberdachung für das Milchstraße-Festival

Ausführungszeitraum: 12.7. – 15.7.25

Nutzung: Bühnendach über DJ

Ort: Milchstraße-Festival

Leistungsphase: 3,5 & 8

Fotos by Eis.Pictures, Elisabeth Reischl and Nikolaus Volk

Bühnenüberdachung für die Milchstraße

Der Entwurf einer temporären Bühnenüberdachung entstand in Zusammenarbeit mit dem Kollektiv Milchstraße für ein jährlich stattfindendes privates Rave-Festival. Ziel war die Entwicklung einer Konstruktion, die Architektur, Lichttechnik und Szenografie zu einer räumlichen Einheit verbindet. Die Bühne wird dabei nicht als reine Überdachung verstanden, sondern als integraler Bestandteil einer immersiven Rauminszenierung.

Die Konstruktion besteht aus einem filigranen Dach, das auf vier schlanken Stützen ruht und den Bühnenbereich mit DJ-Pult überspannt. Parallel zur Entwicklung der Tragstruktur wurde eine modulare Lichtinstallation entworfen, die sich an Seilen über die Tanzfläche spannt. Das Lichtsystem bildet ein Feld aus pyramidenförmigen Körpern, deren wechselnde Beleuchtung den Raum rhythmisch gliedert und den Bereich über den Besuchern als eigenständige räumliche Ebene ausbildet.

Die Geometrie der Lichtinstallation wird in der Tragstruktur des Bühnendachs aufgenommen und architektonisch weiterentwickelt. Aussteifende Streben greifen die Pyramidenform auf und wiederholen sie in drei hintereinanderliegenden Ebenen bis zum Abschluss der Überdachung. Dadurch entsteht eine klare formale Verbindung zwischen Bühne und Tanzfläche. Einzelne Streben werden durch frei hängende Pyramiden ersetzt, wodurch Tragwerk und Lichtinstallation ineinandergreifen und die Konstruktion an räumlicher Tiefe gewinnt.

Das Lichtkonzept ist unmittelbar in die Architektur integriert. Lichtimpulse beginnen an den Stützenfüßen, verlaufen entlang der Konstruktion nach oben, werden unter dem Dach über die pyramidenförmigen Elemente geführt und schließlich wieder in Richtung Tanzfläche gelenkt. Die Tragstruktur dient damit nicht nur der Lastabtragung, sondern wird zugleich zum räumlichen Träger der Inszenierung und zum sichtbaren Bestandteil der Choreografie aus Licht und Bewegung.

Den räumlichen Abschluss der Bühne bildet ein großformatiges skulpturales Element hinter dem DJ Pult. Seine Form orientiert sich an der Unterseite einer Raketendüse und bildet den visuellen Mittelpunkt der Bühne. Gemeinsam mit der pyramidenförmigen Konstruktion entwickelt sich daraus eine eigenständige Bildsprache, die das Festival unter das Leitmotiv einer Raketenbasis stellt. Architektur und Szenografie verschmelzen zu einer räumlichen Erzählung, in der Konstruktion, Licht und thematische Inszenierung nicht getrennt voneinander funktionieren, sondern sich gegenseitig ergänzen.

Der Entwurf zeigt, wie eine temporäre Architektur mit einfachen konstruktiven Mitteln eine starke räumliche Identität entwickeln kann. Die klare Geometrie, die konsequente Integration der Lichttechnik und die Reduktion auf wenige prägnante Elemente schaffen eine Bühne, deren Wirkung nicht aus dekorativen Effekten, sondern aus dem Zusammenspiel von Tragwerk, Raum und Inszenierung entsteht.